Arriva la Befana


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03.01.2018

andere Länder ... andere Sitten

In Italien hat der Nikolaus bisher keinen großen Bekanntheitsgrad erreicht. Dafür werden in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar die von Kindern am Kamin aufgehängten Strümpfe mit Süßigkeiten und kleinem Spielzeug gefüllt. Die Gaben werden von der Befana, einer alten Frau, die auf einem Besen durch die Nacht reitet, verteilt. Sie sieht aufgrund ihrer langen Nase und ihres spitzen Kinns einer Hexe sehr ähnlich. Kinder, die nicht brav waren, finden in ihren Strümpfen auch schon mal ein Stückchen Kohle (die inzwischen aus Zuckerzeug hergestellt wird).

Diese Tradition ist sowohl aus heidnischen als auch christlichen Bräuchen entstanden. Zum einen symbolisiert die alte Frau das soeben vergangene Jahr und die Geschenke werden als gutes Omen für die Zukunft gedeutet. Zum anderen gibt es die Legende, dass die heiligen drei Könige auf ihrem Weg nach Bethlehem eine alte Frau nach dem Weg fragten. Diese konnte ihnen den Weg weisen, lehnte jedoch die Einladung der drei Weisen aus dem Morgenland ab, sie zu begleiten. Die Reue, nicht mitgegangen zu sein, führte dazu, dass die alte Frau einen Sack mit süßen Gaben füllte und sich doch noch auf den Weg machte, die heiligen drei Könige zu suchen. Dabei klopfte sie an jede Tür und beschenkte alle Kinder, die ihr öffneten. Ihre Suche verlief zwar ergebnislos, aber dafür freuen sich noch heute alle italienischen Kinder über den Besuch der Befana.